Sprengel Hanau - Bischof Hein: „Mehr Theologie wagen“

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3. Sonntag im Advent
Meine Schuld ist mir über den Kopf gewachsen; sie wiegt zu schwer, ich kann sie nicht mehr tragen.
Der Engel sprach zu Josef: Maria wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden.

 

 

Bischof Hein: „Mehr Theologie wagen“
Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck nimmt in Hofgeismar ihre Beratungen auf
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Mit einem Gottesdienst  ist die Herbsttagung der Landessynode der EKKW eröffnet worden. Im Mittelpunkt der Beratungen, die bis einschließlich Mittwoch, den 28. November, dauern werden, stehen der Bericht des Bischofs, der Bericht von Vizepräsident Dr. Knöppel zur aktuellen Finanzsituation der Landeskirche, die Verabschiedung des Nachtragshaushaltes sowie weitere Kirchengesetze. Hier finden Sie alle aktuellen Berichte: www.ekkw.de

 

Dr. Knöppel: Kirchensteuer ist ein Solidarbeitrag - Vizepräsident legt Bericht über die Finanzen der Landessynode vor
Auf seinem Bericht vor der Synode zur finanziellen Situation der Landeskirche ging Vizepräsident Dr. Volker Knöppel heute auf die Entwicklung der Kirchensteuern ein und stellte erste Erkenntnisse aus einer EKD-Studie zu Kirchenmitgliederzahlen und Kirchensteuereinnahmen vor. Weiterhin berichtete er über den aktuellen Stand der flächendeckenden Einführung des Freiwilligen Kirchgeldes sowie über die Vermögensanlagepolitik der Landeskirche.

Positive Entwicklung der Kirchensteuern
Der Vizepräsident erläuterte, dass sich die Kirchensteuereinnahmen im laufenden Jahr gegenüber dem Vorjahr verbessert hätten. So habe die Landeskirche von Januar bis September 2018 Kirchensteuereinnahmen in Höhe von 137,6 Mio. Euro verbuchen können. Gegenüber den Einnahmen im Vorjahr in Höhe von 130,8 Mio. Euro bedeute dies einen Zuwachs von
5,19 %. Dieses positive Ergebnis sei auf Zuwächse von 5,07 % bei der Kirchenlohnsteuer und von 7,66 % bei der Kircheneinkommenssteuer zurückzuführen. Ursächlich für diesen Anstieg sei die anhaltend positive Wirtschaftsentwicklung, die mit einer Zunahme von sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen und mit Lohnsteigerungen verbunden sei.

Wer zahlt Kirchensteuer?
Immense Bedeutung für die zukünftige Finanzplanung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck hat nach Einschätzung von Dr. Knöppel die EKD-Studie „Langfristige Projektion der Kirchenmitglieder und des Kirchensteueraufkommens“, deren erste Erkenntnisse er der Landessynode präsentierte. Die Studie gebe nicht nur Aufschluss über Struktur und Wirkungsweise von Einkommen- und Kirchensteuer für den Untersuchungszeitraum (2001 bis 2013), sondern ermögliche auch eine Projektion für die nächsten vier Jahrzehnte. Darin sei zu erkennen, dass sich die „Leistungsträger“ für die Kirchensteuer in einem Alter von 45 bis 60 Jahren befänden und damit im letzten Drittel ihres beruflichen Lebens. Um das Jahr 2024 begännen diese geburtenstarken Jahrgänge, in den Ruhestand zu treten. Dies werde sich erheblich auf die Einnahmesituation der Landeskirche auswirken.
Weiterhin sei festzustellen, dass im Bezugsjahr 2013 nur 10 % der Gemeindemitglieder (92.002 Personen), mit einem zu versteuernden Einkommen ab 30.000 €, einen Anteil von 67 % des Steueraufkommens geleistet hätten. Damit sei die Einnahmeseite schmal aufgestellt. Hervorzuheben sei aber auch, dass diese kirchensteuerzahlenden Gemeindeglieder einen solidarischen Beitrag für die gesamte Landeskirche leisteten.

Wann treten Kirchenmitglieder aus?
Auch ein Austrittsprofil der Kirchenmitglieder lasse sich mit Hilfe der Studie darstellen. In einem Zeitraum von 15 Jahren habe die Landeskirche 16 % ihrer Mitglieder verloren. „Der Verlust eines jeden Menschen ist gleichzusetzen mit einem Verlust an Kreativität, Engagement und christlichen Wirkens,“ bedauerte der Vizepräsident. Anhand der Studie seien zwei Peaks der Austritte zu ermitteln. Der erste Peak liege bei 26 Jahren und betreffe vorwiegend Männer. Dieser sei mit dem Einstieg ins Berufsleben, der ersten Gehaltsabrechnung und einer Familiengründung verbunden. Der zweite Peak liege bei einem Alter von 48 Jahren und betreffe vorwiegend die Frauen. Dies sei sicherlich die Zeit, in der Kinder das Haus verlassen und Frauen wieder in den Beruf einträten. Dr. Knöppel prognostizierte, dass in den kommenden Jahren durch die nachgelagerte Besteuerung der Alterseinkünfte ein dritter Peak bei einem Alter von 65 Jahren hinzukommen werde. Der Vizepräsident kündigte die Vorstellung der Endfassung der Studie für den Sommer 2019 an, und damit rechtzeitig, um deren Erkenntnisse in die Beratungen des nächsten Doppelhaushaltes und der mittelfristigen Finanzplanung einfließen zu lassen.

Freiwilliges Kirchgeld ist bislang in zehn Kirchenkreisen eingeführt
„Das Freiwillige Kirchgeld ist ein Erfolgsprojekt.“ Davon zeigte sich der Vizepräsident überzeugt. Zwölf Jahre nach Einführung in den ersten Kirchenkreisen habe sich gezeigt, dass Kirchengemeinden durch eine zielgerichtete Spendenbitte ein wichtiger finanzieller Spielraum eröffnet werde. Erfolgreich könne aber das Freiwillige Kirchgeld nur dann sein, wenn es bei der Spendenbitte nicht primär ums Geld gehe, sondern um die Verwirklichung von Gemeindeleben. Beschrieben würden Visionen und daraus abgeleitete Ziele. Dr. Knöppel konstatierte: „Die Nähe von Gemeinde, Projekt und erfolgreicher Umsetzung zu den Spenderinnen und Spendern ist die große Stärke des Freiwilligen Kirchgeldes.“ Bislang sei das Freiwillige Kirchgeld in zehn Kirchenkreisen eingeführt: Wolfhagen, Hofgeismar, Melsungen, Fritzlar-Homberg, Ziegenhain, Hersfeld, Rotenburg, Schmalkalden, Eder und Kassel). Die flächendeckende Einführung werde bis zum Jahr 2020 abgeschlossen sein. Daher sei derzeit eine flächendeckende Statistik noch nicht erhebbar. Es zeichne sich aber deutlich ab, dass „die anvisierten durchschnittlichen vier Euro Spendeneinnahmen pro Gemeindeglied pro Jahr ein sehr realistisches Ziel sind“, so der Vizepräsident.

Finanzanlagen sollen sicher und nachhaltig sein
Nach Schilderung von Dr. Knöppel bilden die Finanzanlagen mit fast 90 % den Schwerpunkt auf der Aktivseite der landeskirchlichen Bilanz und dienen der nachhaltigen Finanzierung der kirchlichen Handlungsfelder. Der Finanzdezernent erläuterte, dass man sich bei der Vermögensanlagepolitik von den Kriterien Sicherheit, Liquidität, Rendite, Diversifizierung und Nachhaltigkeit leiten lasse und in unterschiedliche Finanzanlagen wie Wertpapiere, gemischte Fonds, Immobilienfonds, Festgeldanlagen und Genussrechte investiere. Angesichts der anhaltenden Kapitalmarktkrise würden derzeit die Sparguthaben der Landeskirche nach und nach in höherverzinsliche Wertpapiere und Fondsanteile umgewandelt. Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck wende ausnahmslos den EKD-Leitfaden für ethisch nachhaltige Geldanlagen in der evangelischen Kirche an. Demnach bedeute ein verantwortlicher Umgang mit dem anvertrauten Geld nicht nur, Geldanlagen nach wirtschaftlichen Grundsätzen auszuwählen. Vielmehr sollten Geldanlagen unter Berücksichtigung christlicher Werte auch sozialverträglich, ökologisch und generationengerecht sein: „Das impliziert eine Auseinandersetzung mit den Wirkungen der Geldanlage auf Umwelt, Mitwelt und Nachwelt.“

Opfern Recht verschaffen und Prävention verstärken - Bischof Hein zu sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche
„Als drängendstes Problem, dessen Aufarbeitung uns auch 2019 weiter beschäftigen wird“, bezeichnete Bischof Dr. Martin Hein heute auf der Synodaltagung in Hofgeismar die Fälle sexualisierter Gewalt im Raum der Kirchen. Die hohe Zahl der Missbrauchsfälle in der römisch-katholischen Kirche habe auch die evangelischen Landeskirchen für dieses Thema sensibilisiert. Hein räumte ein, dass sich die evangelischen Kirchen zu lange in Sicherheit gewogen hätten. Man sei fälschlicherweise davon ausgegangen, dass man durch die liberalere Sexualmoral des modernen Protestantismus gegen sexuellen Missbrauch gefeit sei. Nun werde man das Geschehene aufarbeiten, die Opfer ernstnehmen und Maßnahmen zur Prävention ergreifen.

Maßnahmen zur Aufarbeitung und Prävention
Hein erläuterte, welche Maßnahmen bereits angedacht seien. So strebe man die Einrichtung unabhängiger Anlaufstellen, die Entwicklung eines Präventionskonzepts sowie die Errichtung einer Koordinationsstelle an. Es müsse aber noch entschieden werden, welche der Maßnahmen auf der Ebene der Landeskirche und welche im Verbund mit den anderen EKD-Gliedkirchen ergriffen werden müssten. Als obersten Grundsatz für den Umgang mit sexualisierter Gewalt formulierte der Bischof: „Es muss uns darum gehen, den Opfern Recht zu verschaffen, Schuld auch Schuld zu nennen, für einen angemessenen Umgang miteinander einzutreten und ihn einzuüben, damit wir ein Raum der Freiheit und des Vertrauens sei können und – wo das verloren gegangen ist – wieder werden können.“ Dazu müssten Strukturen freigelegt und verändert werden, die sexualisierte Gewalt begünstigten. Es bedeute aber auch, dem Thema „Distanz und Nähe“ in der Ausbildung zu kirchlichen und diakonischen Berufen noch mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Hein sicherte den Synodalen zu: „Über alle Schritte werden wir die inner- und außerkirchliche Öffentlichkeit transparent unterrichten!“

Bischof wirbt für Amt des „Kirchenjüngsten“ - Wie sich Jugendliche in der Kirchengemeinde engagieren können
Wie können die Interessen Jugendlicher in der Kirche und in den Gemeinden besser zur Geltung kommen? Auf welche Weise können junge Menschen auf das Gemeindeleben Einfluss nehmen? Solche und weitere Fragen ergaben sich für Bischof Hein nach dem Hearing „Jugend und Kirche“, zu dem die Landeskirche 50 kirchlich engagierte Jugendliche im Februar nach Kassel eingeladen hatte. Hein berichtete, dass die Jugendlichen sich „erfrischend ernst“ eingebracht und auch „nicht mit offenen Worten gespart“ hätten. Zentraler Kritikpunkt der Jugendlichen sei die Gestaltung der Gottesdienste gewesen; Sie würden „als langweilig, altmodisch und nicht zeitgemäß“ wahrgenommen. Die Predigten hätten keinerlei Relevanz für das Leben der Jugendlichen und seien deswegen nicht interessant. Als „bemerkenswert“ habe er die auf wenige Bereiche des kirchlichen Lebens beschränkte und konservativ anmutende Vorstellung von Kirche bei den meisten Jugendlichen empfunden. Kirche werde von ihnen vor allem über den Gottesdienst definiert. Jugendarbeit werde nur bedingt als Tätigkeit der Kirche wahrgenommen, Diakonie fast gar nicht. Besonders getroffen habe Hein die „harsche Kritik“, die die Jugendlichen an den Pfarrerinnen und Pfarrern geäußert hätten. Sie fühlten sich durch diese nicht verstanden und nicht ernstgenommen in ihrem Interesse, sich einzubringen. Es sei offensichtlich, dass hier unterschiedliche Erwartungen aufeinanderprallten.

Mit Blick auf die Entwicklung der Mitgliederzahlen erläuterte der Bischof, dass die größte statistische Wahrscheinlichkeit, dass Menschen aus der Kirche austreten, in der Altersspanne zwischen dem 14. und 26. Lebensjahr liege; In diesem Zeitraum orientierten sich junge Menschen für ihr Leben und gewichteten ihre Interessen. Daraus zog Hein die Schlussfolgerung: „Offensichtlich besitzen in dieser Altersgruppe die Kirche bzw. der christliche Glaube in traditioneller Gestalt keine überzeugende Relevanz. Hier müssen wir in den kommenden Jahren innovativer werden, um den Sinn einer Mitgliedschaft in der Kirche zu vermitteln.“

Hein plädierte für die Entwicklung von niedrigschwelligen, aber auch strukturierten Formen der Mitarbeit von Jugendlichen. Daher stellte er folgende Idee zur Diskussion: „Wie wäre es, wenn wir analog zum Amt des Kirchenältesten das Amt der „Kirchenjüngsten“ im Sinne von „Juniorberaterinnen“ bzw. „-beratern“ einführten?“ Damit könnten junge Christinnen und Christen für einen bestimmten Zeitraum mit beratender Stimme im Kirchenvorstand mitwirken. Sie würden dort in geregelter Weise gehört und gesehen, brächten ihre Impulse ein, müssten aber nicht die volle Last der Leitungsverantwortung tragen. Hein warb abschließend für diese Idee mit den Worten: „Mit den „Kirchenjüngsten“ können wir an die starke reformatorische Tradition unserer Kirche anknüpfen und zugleich einen Raum für Innovation schaffen.“

Bischof Hein: „Mehr Theologie wagen“ - Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck nimmt in Hofgeismar ihre Beratungen auf
Mit einem Gottesdienst des stellvertretenden Präses, Pfarrer Dr. Volker Mantey, in der Brunnenkirche ist die Herbsttagung der Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck am heutigen Montagvormittag eröffnet worden. Im Mittelpunkt der Beratungen, die bis einschließlich Mittwoch, den 28. November, dauern werden, stehen der Bericht des Bischofs, der sich in diesem Jahr unter dem Titel „Theologische Orientierung“ mit der Beziehung zwischen universitärer Theologie und Kirche auseinandersetzt, der Bericht von Vizepräsident Dr. Knöppel zur aktuellen Finanzsituation der Landeskirche, die Verabschiedung des Nachtragshaushaltes sowie weitere Kirchengesetze.

Mantey: Was bleibt, wenn wir weniger werden
„Wir werden nicht gerne weniger, in einer Gemeinschaft wie der Kirche, die von Anfang an darauf ausgerichtet ist, zahlreicher zu werden.“ Dies stellte Dr. Mantey in seiner Predigt über Jesaja 4 zum Auftakt der Synode fest. Nun gehe es darum, mit welcher Haltung die Synodalen der kleiner werdenden Volkskirche begegneten, und wie sie diesen Weg selbst aktiv gestalteten. Ein Blick auf Jesaja zeige, dass auch eine Verheißung damit verbunden sei, wenn „das Äußerliche, die Fassaden, die ganzen Zutaten“ schwänden und „das Aufhübschen ein Ende habe“. Gerade in gesellschaftlichen „Zeiten der Selbstbespiegelung, der Selbstoptimierung, der permanenten Zur-Schau-Stellung“ sei es wichtig, zwischen Darstellung und Kern zu unterscheiden und dabei darauf zu vertrauen, dass bei allen Verlusten doch Gott bleibe. Und Gott brauche nicht viel, um seine Verheißung zu vollenden. Und er lasse laut Jesaja sprießen, wachsen und gedeihen. Daraus folgerte Mantey: „Übrig zu bleiben lohnt sich. Um Gott zu erfahren.“ Er ermutigte die Synodalen, sich in diese Wahrheit Gottes hineinfallen zu lassen. Und er wünschte ihnen für die anstehende Synodaltagung: „Gott erneuere dazu unseren Sinn. Amen.“

Dittmann: Schlichten Parolen ein klares „Nein!“ entgegensetzen
In seiner Eröffnung der Synodaltagung erinnerte Präses Dr. Thomas Dittmann an die Gedenktage zum Ende des 1. Weltkriegs vor 100 Jahren und zur Reichspogromnacht vor 80 Jahren. Er zeigte sich erschrocken darüber, dass auch heute die Demokratie nicht so gefestigt sei, wie man es sich wünschen würde. Menschen seien heute in der Sorge um ihr eigenes Wohlergehen wieder bereit, schlichten Parolen zu folgen. Wieder sei es nötig, jüdischen Einrichtungen in Deutschland besonderen Polizeischutz zu bieten. Dittmann forderte unter großer Zustimmung der Synode: „Diesen Fehlentwicklungen gilt es entschieden entgegenzutreten! Wehret den Anfängen!“ Neben dem klaren „Nein!“ in der Sache gelte es, die Menschen wieder zurückzugewinnen. Redeverbote, Ausgrenzungen und Unvereinbarkeitsbeschlüsse seien dabei der falsche Weg. Vielmehr müsse man besorgte Menschen ernstnehmen und sich ihnen in der aktiven Debatte entgegenstellen.

Hein: Theologische Kompetenz hat Bedeutung für Pfarrerschaft und Gemeinde
In seinem letzten Bericht vor der Landessynode betonte Bischof Hein, wie wichtig eine akademische, an der Universität betriebene Theologie sei. Die Theologie habe die Aufgabe, den Glauben denkend zu erfassen. In der Geschichte der Kirche habe sie oftmals Impulse für die Bewahrung, Entwicklung und Erkennbarkeit der Kirche gegeben und sei somit eine treibende Kraft für Neuaufbruch und Veränderung gewesen. Gerade den Kirchen der Reformation sei es ein Anliegen gewesen, ihre Geistlichen umfassend akademisch auszubilden. Heute spreche man von „Theologischer Kompetenz“, als der Fähigkeit, das Evangelium verständlich und zeitgemäß auszulegen und in das öffentliche Gespräch einzubringen. Diese „Theologische Kompetenz“ sei aber nicht auf das Pfarramt beschränkt, wie der Bischof erläuterte. Vielmehr gebe es auch eine „Theologische Kompetenz der Gemeinde“, die sich darum bemühe, das Verständnis des Wortes Gottes immer weiter zu vertiefen und daraus gemeinsam die Kirche zu gestalten.

Hein: Es lohnt sich, in theologische Arbeit zu investieren
Somit gebe es viele gute Gründe, als Landeskirche in die theologische Arbeit zu investieren: Das Engagement reiche vom Studium bis zur berufsbegleitenden Fortbildung und eigenen Orten theologischen Denkens. Heins Ansicht nach profitierten von einer kompetenten Theologie nicht nur die Kirchen, sondern auch der Staat und die Gesellschaft. Das akademische Studium an einer staatlich lizensierten Universität sei daher unverzichtbar, auch wenn über die Art und Weise, wie heute Theologie studiert werde, nachgedacht werden müsse. Hein zeigte sich davon überzeugt, dass die Theologie in einer Zeit wachsender Verunsicherung zur Vergewisserung beitrage „in der Öffentlichkeit einer Gesellschaft, die sich sehr rasch verändert, und in der Öffentlichkeit einer Kirche, die sich ebenfalls im Wandel befindet.“ Darum schloss der Bischof in Abwandlung eines Zitats von Willy Brandt mit dem Appell: „Mehr Theologie wagen!“

Stichwort: „Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck“
Gebiet der Landeskirche
Der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck gehören rund 812.000 Menschen an. Das Gebiet der Landeskirche erstreckt sich von Bad Karlshafen im Norden bis zum Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim im Süden, vom Waldecker Upland im Westen bis zum im Freistaat Thüringen gelegenen Kirchenkreis Schmalkalden.

Aufgaben und Kompetenzen der Landessynode
Die Landessynode besitzt herausragende Kompetenzen: Sie hat in allen kirchlichen Fragen die letzte Entscheidung. Die geistliche und rechtliche Leitung der Landeskirche teilt sie mit dem Bischof, den Pröpsten, dem Rat der Landeskirche und dem Landeskirchenamt. Alle anderen Leitungsorgane sind der Landessynode verantwortlich. Die Synode wählt den Bischof und entsendet aus ihrer Mitte den Rat der Landeskirche. Sie erlässt Gesetze, verabschiedet den Haushalt. Sie schafft so die Grundlagen für das rechtliche Leben der Landeskirche.

Zusammensetzung der Landessynode
87 Mitglieder gehören der Landessynode an; dabei sind die Nicht-Theologen in der Mehrheit. Das Gros der Mitglieder wird direkt von den Synoden der Kirchenkreise für sechs Jahre ge-wählt. Hinzu kommen von Amts wegen der Bischof sowie seine Stellvertreter, der Vizepräsi-dent (juristischer Stellvertreter) und des Prälaten (theologischer Stellvertreter), die Pröpstinnen und Pröpste der vier Sprengel sowie die Direktoren des Evangelischen Predigerseminars und der Evangelischen Akademie. Der Rat der Landeskirche beruft zwölf weitere Mitglieder der Landessynode, von denen mindestens acht Laien sein müssen. Bei deren Berufung sollen laut Grundordnung „die für den Dienst der Kirche in der Welt wichtigen Kräfte“ vertreten sein.

Informationen zur 13. Landessynode
Die Landessynode tagt in der Regel zweimal im Jahr: im Frühjahr und in der Woche vor dem 1. Advent. Ihre Sitzungen werden durch den Präses oder seine Stellvertreterinnen und Stell-vertreter geleitet. Seit Frühjahr 2016 ist die 13. Landessynode im Amt. Ihre Amtszeit endet im Frühjahr 2022. Präses ist der emeritierte Vorsitzende Richter am Hessischen Verwaltungsge-richtshof, Kirchenrat Dr. Thomas Dittmann (Kassel), Erste Beisitzerin ist die Dozentin am Evangelischen Fröbelseminar, Dr. Isabel Schneider-Wölfinger, Zweiter Beisitzer Pfarrer Dr. Volker Mantey, Kirchengemeinde Spangenberg (Melsungen).

Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck
- Pfarrerin Petra Schwermann -
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Telefon: (05 61) 93 78-2 72; Mitarbeiterin: Frau Bremer -3 96
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mid - eingestellt am 27.11.2018